Arbeitszeit
Wann beginnt der Feierabend
Auf der Bahnfahrt nach Hause noch schnell ein paar Mails am Laptop beantworten? In vielen Branchen verschwimmen heute immer mehr die Grenzen der Arbeitszeit – mit positiven wie negativen Folgen. Der Lehrer Lambros Michael Nasis hat aktuell 23 Unterrichtsstunden. Die Vor- und Nachbereitung oder weitere Termine wie Elternabende sind dabei nicht mitgerechnet. Zusätzlich schaffen die neuen Kommunikationsmittel nicht nur eine nahtlose Erreichbarkeit, sondern auch eine besondere Erwartung: „Dann muss der Lehrer 24/7 erreichbar sein.“ Sascha Stopper ist selbstständig im IT-Bereich tätig. Für ihn ergeben sich daraus große Freiheiten bei der Regelung der eigenen Arbeitszeit: „Durch die Art der Softwareentwicklung ist es so, dass ich letzten Endes natürlich sehr frei in der Zeiteinteilung bin.“ Daher kann er, falls nötig, auch private Termine am Tag einschieben und hat dann „vielleicht mal abends oder am Wochenende zwei Stündchen, wo man was wegarbeiten muss.“ Anfang der 1980er Jahre diskutierten verschiedene Branchen über die Begrenzung der Arbeitszeit. Im Kampf um die 35-Stunden-Woche legten 1984 auch bei Opel in Rüsselsheim Tausende ihre Arbeit nieder. Erst nach mehr als sechs Wochen endete der Streik mit einer neuen Tarifübereinkunft. Die wöchentliche Arbeitszeit reduzierte sich auf 38,5 Stunden, hinzu kamen eine Vorruhestandsregelung und steigende Löhne. Gleichzeitig ließen sich Arbeitszeiten nun auch flexibler gestalten – wer wollte, konnte auch mehr als die besagten 38,5 Stunden arbeiten.

Die Arbeitsbedingungen von Lehrern sind immer wieder Teil öffentlicher Diskussionen. Im Interview mit Lambros Michael Nasis sprechen wir daher nicht nur über seine Arbeitszeiten, sondern auch über aktuelle Entwicklungen im Lehrerberuf: Wie verändert die Digitalisierung an Schulen seinen Arbeitsalltag? Und wie hängt dies mit der Erwartung zusammen, als Lehrer stets erreichbar zu sein?

Sascha Stopper berichtet uns über seinen Karriereweg und wie er seinen Spaß am Programmieren zum Beruf werden ließ. Darüber hinaus schildert er uns seine Erfahrungen mit der Selbstständigkeit und der Arbeit im Home Office.
Unbekannte Schätze aus dem Depot

| Inventarnummer | 04012 |
| Objektbezeichnung | Napbook |
| Datierung | 2010 |
| Material | Kunstfasern; Kunststoff |
| Breite / Länge | |
| Tiefe | |
| Durchmesser | |
| Höhe | |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte |

| Inventarnummer | 04095 |
| Objektbezeichnung | Abakus |
| Datierung | 20. Jahrhundert |
| Material | Holz; Eisen |
| Breite / Länge | 25,3 cm |
| Tiefe | 1 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 25,3 cm |
| Sammlungszusammenhang | Bildungsgeschichte; Biographischer Bezug |

| Inventarnummer | 02973 |
| Objektbezeichnung | Stechuhr |
| Datierung | 60er Jahre 20.Jh. |
| Material | |
| Breite / Länge | 39,4 cm |
| Tiefe | 29 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 100,5 cm |
| Sammlungszusammenhang | Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte; Sozial -und Arbeitsgeschichte |

| Inventarnummer | 04688 |
| Objektbezeichnung | Rechenmaschine "Olivetti" |
| Datierung | 50er Jahre 20.Jh. |
| Material | Kunststoff; Metall |
| Breite / Länge | 24,5 cm |
| Tiefe | 45,5 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 23 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte; Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte |

| Inventarnummer | 05180.2 |
| Objektbezeichnung | Schiefertafel |
| Datierung | 50er Jahre 20.Jh. |
| Material | Holz; Schiefer |
| Breite / Länge | 27,5 cm |
| Tiefe | 1,0 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 19,3 cm |
| Sammlungszusammenhang | Bildungsgeschichte |
Schiefertafeln im Schulunterreicht gehören der Vergangenheit an. Auch Kreidetafeln und Schulhefte werden ab bestimmten Jahrgangsstufen von Smartboards und Tablets abgelöst.
Lambros Michael Nasis bewertet die Digitalisierung an seiner Schule insgesamt positiv. Am Neuen Gymnasium Rüsselsheim werden ab der neunten und zehnten Klasse Tablets eingesetzt, so berichtet er. Das schaffe ganz neue Chancen für den Unterricht. In der Praxis bedeute das nicht nur, sich die morgendlichen 15 Minuten am Kopierer zu sparen, sondern den Schülerinnen und Schülern erweitertes Unterrichtsmaterial digital zur Verfügung stellen zu können. Damit entstehe allerdings auch eine neue Aufgabe für ihn als Lehrer: So gelte es stets zu hinterfragen und zu testen, ob die Jugendlichen mit den digitalen Lösungen zurechtkommen. Finden sie sich auf der geteilten Website zurecht? Können Sie mit der genutzten Software umgehen? Hier sei abseits der eigentlichen Unterrichtsinhalte immer auch auf methodischer Ebene mit den Kindern zu arbeiten.

| Inventarnummer | 06286.1,2 |
| Objektbezeichnung | Stechuhr |
| Datierung | 70er Jahre 20.Jh. |
| Material | Metall, Kunststoff, Gummi |
| Breite / Länge | 34,1 cm |
| Tiefe | 16 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 22,2 cm |
| Sammlungszusammenhang | Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte; Sozial -und Arbeitsgeschichte |
1967 wurde beim ersten deutschen Unternehmen die „Gleitzeit“ eingeführt – also ein Modell, bei dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst Beginn und Ende ihres Arbeitstags bestimmen können, sofern die vertraglich bestimmte Gesamtarbeitszeit eingehalten wird. Während der 1970er übernahmen immer mehr Firmen dieses Modell. Stechuhren wie dieses Modell des Herstellers „Hengstler“ schafften hierfür die technische Voraussetzung. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter erhielt eine Ausweiskarte, die sie oder er bei Arbeitsbeginn einsteckten und bei Feierabend wieder entnahmen. Die geleistete Arbeitszeit wurde auf der Karte hinterlegt.
In den 1980er Jahren setzten sich auch bei Opel Mitarbeitende im Angestelltenbereich für die Einführung der Gleitzeit in ihren Bereichen abseits der Fertigung ein. Als diese schließlich eingeführt wurde, nutzten jedoch nicht alle die hinzugewonnene Flexibilität bei der Gestaltung der eigenen Arbeitszeiten. So erinnerte sich eine Zeitzeugin, die als Ingenieurin bei Opel arbeitete, dass viele ihrer Kollegen zunächst weiter „pünktlich“ um 15:30 Uhr an der Stechuhr Schlange standen, um zur gewohnten Zeit in den Feierabend zu gehen.

| Inventarnummer | 06464 |
| Objektbezeichnung | Handy |
| Datierung | 2008 |
| Material | Metall, Glas, Kunststoff |
| Breite / Länge | 4,8 cm |
| Tiefe | 10,9 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 1,4 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte |
Anrufe, SMS, Messenger, soziale Medien – die Etablierung von Mobilfunk und Internet schuf immer neue Wege, ortsunabhängig mit anderen Personen in Verbindung zu bleiben. Nicht selten entsteht hierdurch aber die Erwartung, jederzeit für Alle erreichbar zu sein.
Mit dieser Erwartung sieht sich auch unser Interviewpartner Lambros Michael Nasis in seinem Lehreralltag konfrontiert. Für sich müsse er stets selbst festlegen, „wann will ich erreichbar sein und wann will ich nicht erreichbar sein?“ Da gelte es, je nach Situation individuell abzuwägen: „Geht es nur um vergessene Hausaufgaben? Könnte das zum Beispiel das Elternteil oder der Schüler selbst organisieren über die Sitznachbarn oder ähnliches? Oder muss ich dann jetzt noch jedem Elternteil schreiben, was denn aufgewesen ist?“

| Inventarnummer | 07817 |
| Objektbezeichnung | Computer |
| Datierung | 70er Jahre 20.Jh. |
| Material | Kunststoff, Glas, Metall |
| Breite / Länge | |
| Tiefe | 46,7 cm |
| Durchmesser | 59 cm |
| Höhe | 37,5 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte; Unternehmensgeschichte |
Dieses Videoterminal verkaufte die Firma „Applied Digital Data Systems“ ab 1979. Es richtete sich vor allem an gewerbliche Kunden.
Der Einzug des Computers in die Arbeitswelt veränderte nicht nur viele Arbeitsvorgänge grundlegend, er sorgte auch für das Entstehen neuer Berufsfelder sowie für die Möglichkeit, Bürotätigkeiten auch im heimischen Home Office nachzugehen. Massiven Schub erhielt die letztgenannte Entwicklung nochmals durch die COVID-Pandemie.
Für unseren Interviewpartner Sascha Stopper ist der Computer das bestimmende Arbeitswerkzeug. Zunächst machte er bei Opel eine Ausbildung zum Elektriker, danach begann er ein Studium, in dem er sich in den Bereich der Informatik orientierte. Heute arbeitet er selbstständig im IT-Bereich und entwickelt hauptsächlich Webseiten für unterschiedliche Kunden, wie er berichtet. Durch seine Selbstständigkeit, aber auch den Charakter der Arbeit am Computer entstünden für ihn große Freiheiten bei der Gestaltung des eigenen Arbeitsalltags. Den Großteil seiner Arbeit kann er im Home Office verrichten und die Arbeitszeiten kann er sich so einteilen, wie sie für ihn gut funktionieren. Aber auch hier gibt es eine Einschränkung: Wenn eine „Deadline“ ansteht und ein Kunde erst sehr spät wichtige Informationen liefert, dann, so Sascha Stopper, „wird es halt ein bisschen stressig.“

| Inventarnummer | 07860 |
| Objektbezeichnung | Datenspeicher, Festplatte |
| Datierung | 80er Jahre 20.Jh. |
| Material | Metall, Kunststoff, Papier |
| Breite / Länge | 41 cm |
| Tiefe | 55 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 20,2 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte |

| Inventarnummer | 07864 |
| Objektbezeichnung | Schutzhelm |
| Datierung | 70er Jahre 20.Jh. |
| Material | Kunststoff, Papier |
| Breite / Länge | 21 cm |
| Tiefe | 28 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 18 cm |
| Sammlungszusammenhang | Firmengeschichte Opel; Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte; Biographischer Bezug; Sozial -und Arbeitsgeschichte; Stadtgeschichte |

| Inventarnummer | 07865 |
| Objektbezeichnung | Postkarte |
| Datierung | 80er Jahre 20.Jh. |
| Material | Pappe |
| Breite / Länge | 10,5 cm |
| Tiefe | 0,1 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 14,7 cm |
| Sammlungszusammenhang | Biographischer Bezug; Firmengeschichte Opel; Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte; Sozial -und Arbeitsgeschichte |

| Inventarnummer | 07882 |
| Objektbezeichnung | Protestschild |
| Datierung | 80er Jahre 20.Jh. |
| Material | Pappe, Papier, Kunststoff, Textil |
| Breite / Länge | 59,5 cm |
| Tiefe | 1,5 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 84 cm |
| Sammlungszusammenhang | Biographischer Bezug; Firmengeschichte Opel; Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte; Sozial -und Arbeitsgeschichte |
Dieses Protestschild gestaltete ein Rüsselsheimer, der als Karosseriebauer bei Opel arbeitete und für die Gewerkschaft IG Metall aktiv war, anlässlich des 1. Mai 1984. Wenige Wochen später traten die Mitglieder der IG Metall bei Opel in einen wochenlangen Streik, mit dem sie die Einführung einer 35-Stunden-Woche durchsetzen wollten.
Die Beschriftung spielt auf die zurückliegenden Verkürzungen der maximalen Wochenarbeitszeit an: In Deutschland wurde der Acht-Stunden-Tag im Jahr 1918 gesetzlich vorgeschrieben – allerdings bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Den arbeitsfreien Samstag forderten die Gewerkschaften ab den 1950er Jahren unter dem Slogan „Samstags gehört Vati mir!“ ein. In der Metallindustrie wurde 1967 die Fünf-Tage-Woche mit 40 Arbeitsstunden eingeführt. Die Forderung zu einer weiteren Verringerung der Arbeitszeiten auf sieben Stunden am Tag und damit eine 35-Stunden-Woche reiht sich auf dem Plakat in diese Schritte zur Arbeitszeitreduzierung ein.

| Inventarnummer | 07883 |
| Objektbezeichnung | Lochkartenstanzgerät |
| Datierung | 70er Jahre 20.Jh. |
| Material | Kunststoff, Metall, Papier |
| Breite / Länge | 46 cm |
| Tiefe | 13,5 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 11 cm |
| Sammlungszusammenhang | Firmengeschichte Opel; Sozial -und Arbeitsgeschichte |

| Inventarnummer | 07884 |
| Objektbezeichnung | Stimmzettel |
| Datierung | 80er Jahre 20.Jh. |
| Material | Papier, Pappe, Glas, Holz, Metall |
| Breite / Länge | 32,2 cm |
| Tiefe | 1,3 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 42,1 cm |
| Sammlungszusammenhang | Firmengeschichte Opel; Sozial -und Arbeitsgeschichte; Stadtgeschichte |

Foto: Stadtarchiv Rüsselsheim
| Inventarnummer | F 799 |
| Objektbezeichnung | Foto Michel Streik 1984 |
| Datierung | |
| Material | |
| Breite / Länge | |
| Tiefe | |
| Durchmesser | |
| Höhe | |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte; Stadtgeschichte |
In unterschiedlichen Branchen setzten Anfang der 1980er Jahre Auseinandersetzungen über die maximale Arbeitszeit ein. Gewerkschaften forderten, die Lebensarbeitszeit über die Einführung eines Vorruhestands zu verringern oder die Wochenarbeitszeit auf weniger als die üblichen 40 Stunden zu reduzieren. In der Metallindustrie entwickelten sich hieraus 1984 wochenlange Streiks. Auch bei Opel in Rüsselsheim legten Tausende ihre Arbeit nieder. Sie forderten die Einführung einer 35-Stunden-Woche. Erst nach mehr als sechs Wochen endete der Streik mit einer neuen Tarifübereinkunft. Die wöchentliche Arbeitszeit reduzierte sich auf 38,5 Stunden, hinzu kamen eine Vorruhestandsregelung und steigende Löhne. Gleichzeitig ließen sich Arbeitszeiten nun flexibel gestalten – pro Betrieb konnte eine begrenzte Anzahl von Arbeitsverträgen auch über mehr als die regulären 38,5 Stunden in der Woche abgeschlossen werden.

| Inventarnummer | 07169 |
| Objektbezeichnung | Monitor "ATARI" |
| Datierung | 1989-91 |
| Material | Kunststoff, Glas, Metall, Gummi |
| Breite / Länge | 31 cm |
| Tiefe | 31 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 29 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte |

| Inventarnummer | F 109 |
| Objektbezeichnung | Fotografie "nach Feierabend bei Opel" |
| Datierung | 20. Jahrhundert |
| Material | |
| Breite / Länge | |
| Tiefe | |
| Durchmesser | |
| Höhe | |
| Sammlungszusammenhang | Firmengeschichte Opel; Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte; Sozial -und Arbeitsgeschichte |
Sich um die Familie kümmern, Zeit für ein Ehrenamt investieren, einem weiteren Job nachgehen oder doch noch die letzten Mails für die Arbeit beantworten: Von der Arbeit nach Hause zu kommen, bedeutet nicht immer, auch wirklich Feierabend zu haben.
Einer „Arbeit nach Feierabend“ gingen auch die auf dem Foto abgebildeten Männer nach. Die wachsende Firma Opel zog zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche Arbeitskräfte nicht nur aus Rüsselsheim, sondern auch aus dem weiteren Umland an. Viele von ihnen hatten an ihrem Heimatort einen landwirtschaftlichen Betrieb. Die dort anfallenden Arbeiten erledigten sie meist vor oder nach ihrem Arbeitstag bei Opel. Noch 1954 betrieben etwa 40 Prozent der bei Opel angestellten einen landwirtschaftlichen Nebenerwerb.