Arbeitszeit
Beruf und Familie
Wie lassen sich die eigenen Arbeitszeiten mit den Bedürfnissen der Familie in Einklang bringen? Die Friseurin Ruth Plaha gab ihren Beruf auf, als ihr erstes Kind auf die Welt kam. „Da ich mir ja immer ein Kind und ein Haus gewünscht habe und mein Mann der Besserverdiener war, war klar, dass der Papa arbeiten geht und die Mama bleibt zu Hause bei den Kindern.“ Die Aufgaben als Hausfrau und Mutter haben ihr immer Spaß bereitet, obwohl dies gesellschaftlich nicht immer wertgeschätzt wurde: „Man ist dann schon so ein bisschen abgestempelt. Du bist ja nur Hausfrau.“
Judith Schwarz ist Polizeioberkommissarin an der Polizeistation Rüsselsheim. Davor durchlief sie unterschiedliche Karrierestationen und arbeitete lange im Wechselschichtdienst. Nach ihrem Feierabend im Tagdienst waren die eigenen Kinder meist bereits bettfertig. Nachtdienste und freie Tage ermöglichten hingegen, mittags mit den Kindern Hausaufgaben zu machen. „Das hatte auch Vorteile“, so Judith Schwarz. Als sich ihr privates Umfeld veränderte, war für sie aber klar, dass eine andere Position nötig wurde: „Ich musste aus der Schicht raus, weil ich dann für die Kinder da sein musste.“
Ab Ende der 1960er Jahre formte sich in der Bundesrepublik eine Frauenbewegung, die auch für die Anerkennung von Frauen in der Arbeitswelt kämpfte. Als 1984 Opel-Arbeiter für die Einführung einer 35-Stunden-Woche streikten, beteiligten sich aus Solidarität auch Mitglieder des Rüsselsheimer „Frauenforums“: „Die Ehe ist keine Versorgungsanstalt.“ Arbeitszeitverkürzungen müssten auch dazu dienen, das vorherrschende Modell von Männern in Vollzeitstellen und Frauen in Heim- oder Teilzeitarbeit aufzubrechen, forderten sie. Die „Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit“ dürfe kein Problem bleiben, das nur Frauen betrifft.

Judith Schwarz hat in ihrer Karriere bei der Polizei bereits diverse Stationen durchlaufen. Im Interview sprechen wir daher mit ihr über ihren Karriereweg, die Herausforderungen des Schichtdienstes und was das Arbeiten im Schichtbetrieb für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedeutet. Zudem berichtet Sie über ihre jetzigen Aufgaben als „Schutzfrau vor Ort“ an der Polizeistation Rüsselsheim.

Mit Ruth Plaha sprechen wir über ihre Erfahrungen als Hausfrau, Mutter und Oma und wie von außen auf eine Tätigkeit als Hausfrau geschaut wird. Darüber hinaus unterhalten wir uns über ihre Lehre als Frisörin und ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement.
Unbekannte Schätze aus dem Depot

Foto: Stadtarchiv Rüsselsheim
| Inventarnummer | F 798 |
| Objektbezeichnung | Foto Christel König Streik 1984 |
| Datierung | |
| Material | |
| Breite / Länge | |
| Tiefe | |
| Durchmesser | |
| Höhe | |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte; Stadtgeschichte |
Ab Ende der 1960er Jahre hatte sich in der Bundesrepublik eine Frauenbewegung geformt, die auch um die Anerkennung von Frauen in der Arbeitswelt rang.
Als 1984 bei Opel für die Einführung einer 35-Stunden-Woche gestreikt wurde, bekundete eine Gruppe Rüsselsheimer Frauen ihre Solidarität mit den Streikenden. Eine geringere Wochenarbeitszeit schaffe Arbeitsplätze, trete einer wachsenden Arbeitsbelastung entgegen und verbessere das Verhältnis von Arbeit und Freizeit – so die Gewerkschaft IG Metall.
Dieser Sichtweise fügten die Mitglieder des „Frauenforums“ eigene Argumente hinzu. Sie kommentierten: „Die Ehe ist keine Versorgungsanstalt.“ Arbeitszeitverkürzungen müssten auch dazu dienen, das dominierende Modell von Männern in Vollzeitstellen und Frauen in Heim- oder Teilzeitarbeit aufzubrechen. Die „Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit“ solle kein Problem bleiben, das nur Frauen betrifft.

| Inventarnummer | 07156 |
| Objektbezeichnung | Notruftelefon, Notrufsäule |
| Datierung | 60er Jahre 20.Jh. |
| Material | Metall, Glas |
| Breite / Länge | 59,5 cm |
| Tiefe | 59,5 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 208 cm |
| Sammlungszusammenhang | Stadtgeschichte; Technikgeschichte |
Umgangssprachlich „Eiserner Schutzmann“ genannte Notruftelefone, die im öffentlichen Raum aufgestellt waren, boten eine telefonische Verbindung zur Rettungsleitstelle und damit zu Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Mit der Durchsetzung des Mobilfunks wurden diese Geräte verzichtbar.
Unsere Interviewpartnerin Judith Schwarz ist aktuell als „Schutzfrau vor Ort“ bei der Polizeistation Rüsselsheim tätig. Zu ihren Aufgaben gehört jedoch nicht, Notrufe zu bearbeiten, sondern zusammen mit ihrem Kollegen ist sie die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen der Bevölkerung und der Institutionen an die örtliche Polizei. Als Schulbeauftragte führt sie zudem zahlreiche Präventionsangebote an Schulen durch. Das macht mittlerweile etwa 75 Prozent ihrer Arbeitszeit aus, berichtet sie im Interview.



| Inventarnummer | 07912.1 |
| Objektbezeichnung | Geschwindkeitsmessanlage |
| Datierung | 90er Jahre 20.Jh. |
| Material | Kunststoff, Metall, Glas |
| Breite / Länge | 38 cm |
| Tiefe | 37 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 57 cm |
| Sammlungszusammenhang | Stadtgeschichte; Technikgeschichte |

| Inventarnummer | 00746 |
| Objektbezeichnung | Konturenschere |
| Datierung | vor III. Reich / II. WK |
| Material | Stahl |
| Breite / Länge | 14 cm |
| Tiefe | 4,9 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 0,85 cm |
| Sammlungszusammenhang | Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte |

| Inventarnummer | 00770 |
| Objektbezeichnung | Föhnhaube |
| Datierung | 40er Jahre 20.Jh. |
| Material | Eisen; Metall |
| Breite / Länge | |
| Tiefe | |
| Durchmesser | |
| Höhe | 81,7 cm |
| Sammlungszusammenhang | Handwerks-, Handels- und Industriegeschichte; Technikgeschichte |

| Inventarnummer | 03245 |
| Objektbezeichnung | Kinderklappstuhl |
| Datierung | 60er Jahre 20.Jh. |
| Material | Holz; Leder; Kinstleder; Metall |
| Breite / Länge | 51 cm |
| Tiefe | 51 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 104 cm |
| Sammlungszusammenhang | Biographischer Bezug; Sozial -und Arbeitsgeschichte |
Für unsere Interviewpartnerin Ruth Plaha bedeutete ihre Zeit als Hausfrau vor allem, für die eigenen Kinder da sein zu können. Dem misst sie weiterhin großen Wert bei: „Das, was ich zu Hause geleistet habe, kam, denke ich, meinen Kindern und jetzt meinen Enkelchen zugute.“ Dass jemand zu Hause war, wenn sie von der Schule kamen, und ein Mittagessen auf dem Tisch stand, das habe Sicherheit und Vertrauen gegeben.
Der Kinderstuhl lässt sich auf zweierlei Art verwenden. Mit eingeklapptem Standfuß entsteht ein größeres Tischchen vor der Sitzfläche. Mit ausgeklapptem Standfuß wird er zum Hochstuhl.

| Inventarnummer | 03875 |
| Objektbezeichnung | Anstecker "Muttertag" |
| Datierung | 80er Jahre 20.Jh. |
| Material | Kunststoff; Pappe; Metall |
| Breite / Länge | |
| Tiefe | |
| Durchmesser | 5,5 cm |
| Höhe | 0,7 cm |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte |
1984 fanden sich zwischen 10.000 und 15.000 Frauen unter dem Motto „Wir machen Putz in Bonn“ in der damaligen Hauptstadt der Bundesrepublik zusammen, um für eine Gleichberechtigung der Geschlechter zu demonstrieren.
In der Arbeitswelt hatten sich erst wenige Jahre zuvor die Bestimmungen für Frauen geändert – zumindest auf rechtlicher Ebene. Vor dem Gleichberechtigungsgesetz von 1958 durften verheiratete Frauen nur mit Erlaubnis ihres Ehemanns eine Arbeit aufnehmen. 1977 wurde schließlich der Zusatz gestrichen, dass die Erwerbstätigkeit einer Ehefrau nur möglich sei, „soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist“.

| Inventarnummer | 06805.1 |
| Objektbezeichnung | Polizeimütze |
| Datierung | Zweite Hälfte 20. Jh. |
| Material | Kunststoff; Blech; Baumwollstoff; Polyester; Filz |
| Breite / Länge | 23,5 cm |
| Tiefe | 28 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 17 cm |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte; Biographischer Bezug; Stadtgeschichte |

| Inventarnummer | 06805.13 |
| Objektbezeichnung | Polizeihelm |
| Datierung | Zweite Hälfte 20. Jh. |
| Material | Kunststoff; Auminium; Leder; Textil; Styropor |
| Breite / Länge | 25 cm |
| Tiefe | 35 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 30 cm |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte; Biographischer Bezug; Biographischer Bezug |

| Inventarnummer | 06811.1 |
| Objektbezeichnung | Laufkarten für Fußstreife |
| Datierung | Zweite Hälfte 19. Jahrhundert |
| Material | Papier |
| Breite / Länge | 8,5 cm |
| Tiefe | 11,3 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | |
| Sammlungszusammenhang | Biographischer Bezug; Sozial -und Arbeitsgeschichte; Stadtgeschichte |

| Inventarnummer | 03042a |
| Objektbezeichnung | Lockenwickler |
| Datierung | Mitte 60er Jahre 20.Jh. |
| Material | Kunststoff |
| Breite / Länge | /9 cm |
| Tiefe | |
| Durchmesser | 2,2 cm |
| Höhe | |
| Sammlungszusammenhang | Alltag, Feste und Freizeit; Biographischer Bezug |


| Inventarnummer | L 05660.1,2 |
| Objektbezeichnung | Nachtwächterlampe |
| Datierung | 19. Jahrhundert |
| Material | Eisen; Glas; Holz |
| Breite / Länge | 21,5 cm |
| Tiefe | 21 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 35,5 cm |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte |
Vor der flächendeckenden Einführung der Straßenbeleuchtung und bevor Schutzaufgaben größtenteils auf die Polizei übergingen, sorgten Nachtwächter mit Lampen ausgerüstet für den Schutz der Bevölkerung in nächtlichen Stunden.
Heute zählen der Schichtdienst und damit auch die Arbeit bei Nacht zu vielen Bereichen des Polizeidienstes dazu. Auch unsere Interviewpartnerin Judith Schwarz arbeitete etliche Jahre im Schichtbetrieb. Das heißt auf zwölf Stunden Tagdienst folgten am nächsten Tag zwölf Stunden Nachtdienst. Das sei körperlich wie geistig durchaus herausfordernd gewesen, berichtet sie. Gerade im Nachtdienst mental immer „hundertprozentig“ anwesend zu sein, konnte schwerfallen.