Führung für Blinde und Sehbehinderte

Hände halten einen spiralförmighen Armreifen aus der Bronzezeit

Vom Faustkeil zur Bohrmaschine. Einmal im Zeitraffer die Jahrtausende durchstreifen

Am Samstag, dem 26. Juni 2021, um 14.00 Uhr, bietet das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim für Blinde und Sehbehinderte eine mehrsinnliche Führung mit dem Titel „Vom Faustkeil zur Bohrmaschine. Einmal im Zeitraffer die Jahrtausende durchstreifen“ in seiner Archäologieabteilung „Raumzeit“ an.

In der inklusiven Führung erkunden die Teilnehmenden anhand archäologischer Fundstücke und Repliken die Lebensbedingungen der Menschen vor tausenden von Jahren in der Region. Mit Hilfe tastbarer Exponate und zusätzlicher Materialien machen die Museumsgäste in unterschiedlichen Epochen von der Steinzeit bis zu den Römern Station und unternehmen hierbei auch Abstecher in die Gegenwart. Sie begegnen dem Schweizer Messer des Neandertalers, probieren nützliche Werkzeuge aus und erfahren, wie mühselig sich die Bewältigung des Alltags gestaltete, aber auch wie geschickt die Handwerker der Frühzeit waren. Nicht erst seit heute verändern technologische Entwicklungen das Leben der Menschen und ihre Umwelt, auch unsere Vorfahren kämpften mit den Folgen des technischen Fortschritts. Unterstützt und begleitet wird die Veranstaltung vom Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e.V. (BSBH), Blickpunkt Auge Wiesbaden.

Teilnahmebeitrag ist 5 Euro (Eintritt inklusive)

Wegen der Corona-Pandemie ist die Zahl der Teilnehmenden begrenzt und eine Voranmeldung notwendig. Zur Veranstaltung muss ein Negativnachweis (tagesaktuelles Testergebnis/geimpft/genesen) vorgelegt und eine medizinische Maske getragen werden.

Telefonisch unter 06142 83 29 50 oder per E-Mail: museum@ruesselsheim.de

 

Im Museum gelten die Maskenpflicht sowie die üblichen Abstandsregeln.

Logo des Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e.V. (BSBH) „Wir wollen gesehen werden“

Neue Broschüre über Kulturkofferprojekt

An einer Modelldampfmaschine wird Dampf abgelassen. Aufschrift: Vom Dampf ablassen und Lunte riechen. Ein inklusives Museumsprojekt.

Im Januar druckfrisch eingetroffen ist die neue Broschüre „Vom Dampf ablassen und Lunte riechen. Ein inklusives Museumsprojekt“. Randvoll mit Fotos und Zeichnungen, die in den Workshops entstanden, klärt sie über Sprichwörter und ihre Bedeutungen auf und bietet Einblicke in die Arbeit vor Ort. Gemeinsam mit der Rüsselsheimer Künstlerin Doro Hofmann und den Werkstätten für Behinderte Rhein-Main e.V. initiierte das Museum das Kulturkofferprojekt über die Bedeutung und Geschichte von Sprichwörtern und Redewendungen, das im Oktober 2020 in der Rüsselsheimer Festung stattfand. Die Broschüre ist unentgeltlich über das Museum zu beziehen, Interessierte wenden sich bitte telefonisch unter Tel.: 06142/832950 oder per E-Mail museum@ruesselsheim.de an das Sekretariat.

Wer über bewegte Bilder einen Blick in die Workshops werfen möchte, kann dies hier tun:

„Vom Dampf ablassen und Lunte riechen. Sprichwörter und Redewendungen im Museum entdecken"

Wer weiß schon, warum es „auf den Hund gekommen“ heißt und was „Lunte riechen“ mit der Festung zu tun hat? Bekannten und weniger bekannten Redewendungen waren die Teilnehmenden des Kulturkofferprojekts des Stadt- und Industriemuseums auf der Spur. Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung sowie Menschen mit Unterstützungsbedarf waren im Oktober an drei Samstagen im Museum zu Gast, entdeckten die Ausstellung und setzten sich kreativ mit Sprichwörtern, ihrer Herkunft und Bedeutung auseinander. Mit Hilfe von Theaterarbeit, als „Wort-Schatz-Finder“ sowie malend und zeichnend probierten sie verschiedene kreative Zugänge zu den Redewendungen aus. Eine vierte Gruppe dokumentierte als „Reporter*innen“ das Geschehen in den Workshops: Anhand der Fotos und Arbeitsergebnisse entsteht eine bunte Broschüre.

Kooperationspartner des Museums ist in diesem Projekt die Werkstatt für Behinderte Rhein-Main e.V.

 

Link zur Projektbeschreibung auf der Seite der Kulturkoffer:

https://kulturkoffer.hessen.de/dampf-lunte/

 

Gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Koordiniert von der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e. V.

 


2. Aktionstag für Blinde und Sehbehinderte im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim

Zahn eines Mammuts

In einer mehrsinnlichen Führung die neue Mitmachausstellung „Bodenschätze – Geschichte(n) aus dem Untergrund“ entdecken

Eine Zeitreise in unbekannte Tiefen und vergangene Jahrtausende konnten am 10. Oktober 2020 Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung im Rüsselsheimer Museum antreten. Gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund Hessen e.V. (BSBH) hat das Museum zum zweiten Mal ein mehrsinnliches Führungsangebot ausgearbeitet, das die Teilnehmenden in diesem Jahr auf eine Entdeckungstour durch die neue Mitmachausstellung mitgenommen hat, die am 27. September eröffnet wurde. Mit Hilfe tastbarer Exponate, Fühlkästen und zusätzlicher Materialien ging es zu lange im Boden verborgenen „Schätzen“. Die Museumsgäste erfuhren Interessantes über die kniffelige Arbeit von Archäologen, verschiedenste archäologische Fundstücke aus der Region und über das Leben der Menschen in früheren Jahrtausenden. Zusätzlich hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich über die Arbeit des Blinden- und Sehbehindertenbunds in Hessen e.V. (BSBH) zu informieren. Die Ausstellung entstand in der VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese und ist eine Kooperation des Stadt- und Industriemuseums Rüsselsheim mit hessenARCHÄOLOGIE.


Aktionstag für Blinde und Sehbehinderte: Startschuss für Führungen mit allen Sinnen

Zwei Frauen ertasten unter Anleitung einer Museumführerin mit Handschuhen die abgebrochene Nase des Abbilds des Grafen von Katzenelnbogen auf dessen Grabplatte.

Zu einem ersten Aktionstag für Blinde und Sehbehinderte lud das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim im August 2019 in die Festung ein. Mit Unterstützung des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen e. V. (BSBH) gestaltete das Museum zwei mehrsinnliche Führungsangebote, die zum Bestandteil des ständigen Programms wurden. Die Ausstellungen auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigung erlebbar zu machen, das war das Ziel dieser erfolgreichen Kooperation.

Die Besucher*innen, angereist aus unterschiedlichen Regionen Hessens, begaben sich „Auf den Spuren der Landsknechte durch die Festung“. Sie erkundeten die Ausstellung zur Festungsgeschichte und hatten Gelegenheit, verschiedenste Exponate zu ertasten. Auch der herrschaftliche steinerne Tasselmantel auf der Grabplatte des im 12. Jahrhundert verstorbenen Grafen Diether von Katzenelnbogen gehörte zu den erlebbaren Stücken. Die Schwere eines echten gräflichen Wollmantels konnten die Museumsgäste anhand einer nachgenähten Replik anschließend sogar selbst auf den eigenen Schultern spüren. Auch die Kleidung, die Bewaffnung und der Alltag der früheren Landsknechte stießen auf großes Interesse.

Das zweite Angebot „Von Werkbänken, Dampfmaschinen und Zichorienkaffee“ führte in die Industriegeschichte vom Handwerker bis in die globalisierte Welt von heute. Auf ihrer Reise durch die Zeit lernten die Teilnehmer*innen das vielfältige Sortiment eines Rüsselsheimer Dorfschmieds vor 150 Jahren kennen. „Haarigen“ Geschichten aus Rüsselsheim begegneten sie bei der Manufaktur der alten Hasenhaarschneiderei und sie erfuhren von den harten Arbeitsbedingungen der jungen Frauen, dabei konnten sie sogar einen Zylinder aus echtem Hasenhaar anprobieren. Und wer noch nie echten Zichorienkaffee gekostet hatte, bekam jetzt die Gelegenheit dazu. Schließlich erkundete die Gruppe noch die Folgen der Globalisierung anhand eines modernen Autositzes mit Einzelteilen aus zehn verschiedenen Ländern.

Das Fazit des Blindenaktionstages war einhellig: Ein sehr interessanter Tag, den man gern wiederholen könnte.


Urban Sketching in Rüsselsheim: gemeinsam malen, zeichnen, ausprobieren

Menschengruppe sitzen und stehen auf großen Stufen am Mainufer in Rüsselsheim, sie zeichnen

Natur und Stadtlandschaft, Technik und Maschinen oder Szenen städtischen Lebens mit Pinsel und Stift einzufangen, darum ging es bei den Urban Sketching-Angeboten im Rahmen des Projekts „StadtMuseum inklusive“.

An verschiedenen Orten der Stadt trafen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit und ohne Beeinträchtigung unter fachkundiger Leitung und sammelten Erfahrungen mit dem Malen und Zeichnen unter freiem Himmel. Vor Ort führten die Illustratorinnen Jenny Adam, Clara Schuster und Katja Rosenberg von den Urban Sketchers Rhein-Main Anfänger und Fortgeschrittene in unterschiedlichste Techniken ein:

Malen mit Aquarellfarben am Landungsplatz, Tuschezeichnungen im Verna-Park, das Malen auf farbigem Papier beim Opel-Denkmal sowie Experimente mit Licht und Schatten standen auf dem Programm. Auch die Ausstellungsstücke des Museums selbst erschienen im Workshop „Material und Oberfläche. Mattes und Glänzendes“ in ganz neuem Licht.

Am Ende der Nachmittage waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um zahlreiche Bilder und Anregungen reicher.


Lebendiges Museum: Theater am laufenden Band!

Vier theaterspielende Personen vor der Fließbandprojektion im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim.

Mit dem inklusiven Wochenend-Workshop „Theater am laufenden Band“ lud das Museum zu einer besonderen Premiere ein: Theater spielen im Museum. Begleitet von den Tanz- und Theaterpädagoginnen Valerie Sauer und Priska Janssens stimmte sich die Gruppe aus Menschen mit und ohne Beeinträchtigung mit Spaß an der Bewegung auf das Bühnenspiel ein.

Inspiriert von der Ausstellung und den Schattenbildern der Wache schiebenden Landsknechte gestalteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Improvisationstheater kleine Szenen. Dem Gegensatz zwischen fließenden menschlichen Bewegungen und den mechanischen von Maschinen spürte die Gruppe in der Ausstellung nach. Am Beispiel der Fließarbeit ahmten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die automatisierten Bewegungsabläufe von Fabrikarbeitern nach und wurden so selbst zu einer menschlichen Maschine.

Nach einer im wahrsten Sinn bewegten Abschlussrunde endete das Theaterwochenende in der Festung. Viele neue Impulse und Eindrücke nahmen die frisch gebackenen Bühnenprofis mit nach Hause.