Aktuelles aus dem Archiv

Eingenommen! Buntes Leben hinter dicken Mauern

Fotoworkshop mit Frank Möllenberg

Im April dieses Jahrs wegen der vorbeugenden Maßnahmen zu Covid-19 ausgefallen, soll der im Jahresprogramm des Museums angekündigte Fotoworkshop nun unter Einhaltung der Hygieneregeln nachgeholt werden.

Seit weit mehr als 500 Jahre prägt die Festung das Stadtbild von Rüsselsheim. Dort, wo in Friedenszeiten weniger als zehn, zu Kriegszeiten hingegen bis zu 450 Mann hausten, ist mit Museum und Stadtarchiv das Gedächtnis der Stadt eingezogen. Im 17. Jahrhundert weitestgehend zerstört, erhielt der Ostflügel einen neuen Anbau, wo heute das Café nicht nur mit üppigen Torten und warmen Getränken, sondern auch mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm lockt. Auch der Heimatverein hat hier sein Domizil. Und ganz aktuell findet im kleinen Festungshof eine Mitmachausstellung rund um die Seifenblase statt. Der Fokus des Workshops liegt also auf den Aktivitäten, die sich im mächtigen Bauwerk entfalten. Es gilt, Mittel und Formen zu finden, um das Leben in der Festung einzufangen. Ob in Andeutungen oder emblematisch, rätselhaft oder bewegt, es geht darum zu zeigen, dass das Denkmal lebt. Begleitet und unterstützt wird der viertägige Workshop vom Fotografen Frank Möllenberg. Im Anschluss an den Kurs soll ein Kalender entstehen.Treffpunkt ist der Raum der Museumspädagogik im 1. Stock des Nordflügels.

Termine: 1. und 2. August sowie der 8. und 9. August 2020
Teilnahmebeitrag: 75,00 Euro für vier Termine, zu zahlen bei der Anmeldung.
Begrenzte Teilnahmezahl, Voranmeldung nötig
Anmelden kann man sich unter der Telefonnummer 06142 832950 oder stadtarchiv@ruesselsheim.de


Auf Spurensuche nach der „Stunde Null“

Heute, 75 Jahre danach, sind die Schrecken des Krieges verblasst und so gut wie in Vergessenheit geraten. Aber noch immer gibt es in Rüsselsheim Orte, die von dieser Zeit erzählen können. Es sind Orte, die vom Nationalsozialismus und einer neuen demokratischen Ordnung erzählen und an denen sich Opfer und Täter begegneten; Orte, die an das Leid und den steinigen Weg der Wiedergutmachung erinnern und solche, die gezeichnet sind von dem Wunsch vergessen zu wollen und der Pflicht, sich erinnern zu müssen. Wir nehmen das Datum zum Anlass, die Frage aufzuwerfen, was es mit dieser sogenannten Stunde Null auf sich hat, die am 25. März 1945 in Rüsselsheim schlug. War sie ein Neuanfang oder ein Übergang? Markierte sie einen Bruch oder zeugte sie von einem Kontinuum?

Begeben wir uns gemeinsam Stück für Stück auf eine Spurensuche in der Stadt – bis am Freitag, dem 8. Mai stellen wir Ihnen vier Stationen aus der ursprünglich geplanten Führung hier vor.

Einführung: Die sogenannte Stunde Null in Rüsselsheim

Erste Station: Das ehemalige Textilkaufhaus Lang in der Bahnhofstraße

Zweite Station: Die Barackenlager der Mainzer Straße

Dritte Station: Die Mauer der Grabenstraße

Vierte Station: Die alte Architektur und die Stützen des Regimes


Geschichte des Dicken Busches in Filmen verewigt

Einen Filmabend der besonderen Art konnten die Anwohner*innen des Viertels Dicker Busch in Rüsselsheim in ihrem Nachbarschaftszentrum Buschcafé am 18. Dezember 2019 erleben. 13 Jugendliche aus Rüsselsheim der hiesigen Alexander-von-Humboldt-Schule hatten seit April an Dokumentationen über den Stadtteil gearbeitet. Stolz präsentierten sie ihre Werke unter dem Motto „Wir im Dicken Busch gestern – heute – morgen“ vor interessiertem Publikum. …

weiterlesen und die Filme ansehen können Sie im Blog der Koordinierungsstelle Kulturkoffer:
https://kulturkoffer.hessen.de/dicker-busch-film


„Wenn der Kopf frei ist, hat es die Eiche geschafft“

Beim diesjährigen Fotoworkshop des Stadtarchivs dreht sich alles um den Rüsselsheimer Wald. Im Oktober trafen sich 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Leitung des Fotografen Frank Möllenberg am Naturfreundehaus, um von dort aus den Forst zu erkunden. Beinahe hätten alle ihren Auftrag, während des Rundgangs „Skzizzen-Fotos“ zu machen, vergessen, denn Reinhard Ebert, Bereichsleiter für Natur- und Umweltschutz bei der Stadt, wusste detailreich und spannend von seiner Arbeit zu erzählen. Auf der visuellen Spur des Konzeptes einer „abgestimmten forstlichen Bewirtschaftung“, das den Naturschutz in den Vordergrund stellt, begegneten der Gruppe nicht nur Weymouthskiefer oder Eichengalläpfel. Vielmehr konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch das faszinierende Schauspiel der Hirschbrunft bewundern, bei der sich die Tiere auch durch den Lärm der startenden Flugzeuge nicht vom Kampf abhalten ließen. So mit neuem Wissen über den Wald ausgestattet, begann die eigentliche Arbeit für die Fotografen: Wie kann es gelingen, nicht nur „schöne“ Waldfotos zu machen, sondern auch den besonderen Umgang mit Natur sichtbar zu machen, der dieser modernen Konzeption der Forstbewirtschaftung zugrunde liegt?
Viele Stunden verbrachte die Gruppe im Wald, besprach vor Ort erste Resultate und erhielt etliche Ratschläge und technische Hinweise durch Frank Möllenberg. Bereits jetzt sind alle gespannt auf die Auswertungs¬runde im Stadtarchiv, wenn es wieder heißt: Was hast du dir dabei gedacht?