Freizeit
Mehr als nur zwei Räder
Eine Welt ohne Fahrräder kann man sich kaum vorstellen. Das gilt ganz besonders für die Stadt Rüsselsheim. 2,6 Millionen Fahrräder wurden zwischen 1887 und 1937 hier produziert, womit gleichzeitig auch die industrielle Grundlage für den aufsteigenden Autokonzern gelegt wurde. Das Fahrrad war bis in die 1950er Jahre hinein ein Massenverkehrsmittel, das erst mit dem Aufkommen des Wirtschaftswunders vom Auto abgelöst wurde. Auch die Stadt- und Verkehrsplanung legte lange Zeit ihren Schwerpunkt auf das Auto. Das Fahrrad wurde zu einem Fortbewegungsmittel für Kinder und Jugendliche. Auch als Sportgerät begann es die Freizeitgestaltung zu prägen. Heute ist das Zweirad zu einem Lifestyleobjekt geworden, das auch gesellschaftspolitisch als Säule der Verkehrswende wiederentdeckt wird.
Unbekannte Schätze aus dem Depot

| Inventarnummer | 4651 |
| Objektbezeichnung | Bierkrug |
| Datierung | Jahrhundertwende 19./20.Jh. |
| Material | Keramik, Zinn |
| Breite / Länge | 14 cm |
| Tiefe | |
| Durchmesser | 11,4 cm |
| Höhe | 24 cm |
| Sammlungszusammenhang | Sozial -und Arbeitsgeschichte; Stadtgeschichte; Alltag, Feste und Freizeit |
Bereits ein Jahr nach Beginn der Fahrradproduktion bei Opel gründete sich 1888 der „Radfahrer- Verein Rüsselsheim“. 1920 folgte der Zusammenschluss mit dem Verein „Vorwärts“ zum „Radfahrer- Verein 1888 Rüsselsheim“, der später seinen endgültigen Namen „Radfahrer-Verein ‚Opel‘ 1888 Rüsselsheim/Main“ erhielt. Was heute als klassischer Individualsport gilt, war in seinen Anfängen keineswegs so zu verstehen.

| Inventarnummer | 53 |
| Objektbezeichnung | Rennpreis |
| Datierung | 1887 |
| Material | Eisen; Ölfarbe |
| Breite / Länge | 35 cm |
| Tiefe | 9,5 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 68 cm |
| Sammlungszusammenhang | Stadtgeschichte; Alltag, Feste und Freizeit |
Für die Familie Opel war das Fahrrad von Anfang an mehr als ein reines Produktionsgut – es war auch eine persönliche Leidenschaft. Dieser aufwendig gestaltete Pokal, der anlässlich eines Hochradrennens im Jahr 1887 gefertigt wurde, belegt dies eindrucksvoll. Gewinner war Georg Klingelhöfer, der erste Lehrling von Adam Opel.

| Inventarnummer | 03180.5 |
| Objektbezeichnung | Fahrradschlauch |
| Datierung | 90er Jahre 20.Jh. |
| Material | Gummi; Pappe |
| Breite / Länge | 13 cm |
| Tiefe | 8,2 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 5,2 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte |

| Inventarnummer | 3876 |
| Objektbezeichnung | Fahrrad |
| Datierung | 20. Jahrhundert |
| Material | Stahl, Leder, Gummi |
| Breite / Länge | 190 cm |
| Tiefe | 54,5 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 120 cm |
| Sammlungszusammenhang | Alltag, Feste und Freizeit; Firmengeschichte Opel; Sozial -und Arbeitsgeschichte |
Der Fahrradhersteller Opel genoss stets einen guten Ruf, der – vergleichbar mit heutigen Automarken – auch eine gewisse Markentreue hervorrief. Für die Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimer kam zudem ein ausgeprägter Lokalpatriotismus hinzu. Die Geschichte dieses roten Opel-Fahrrads ist leider nicht überliefert. Da keine weiteren roten Räder der Marke bekannt sind, handelt es sich vermutlich um ein individuell bearbeitetes Objekt: Entweder wurde es aufwendig umlackiert, oder es ist kein originales Opel-Fahrrad, dem erst später das Markenschild hinzugefügt wurde. In beiden Fällen wird der persönliche Wert des Rads – und der Marke Opel – deutlich.

| Inventarnummer | 4033 |
| Objektbezeichnung | Rad- und Automobilkarte |
| Datierung | Anfang 20. Jahrhundert |
| Material | Papier; Textil |
| Breite / Länge | 9,9 cm |
| Tiefe | |
| Durchmesser | |
| Höhe | 15,8 cm |
| Sammlungszusammenhang | Alltag, Feste und Freizeit |
Aufgrund der Kosten wurde das Fahrrad lange Zeit vor allem für den Arbeits- und Schulweg angeschafft. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es von Anfang an auch in der Freizeit genutzt wurde. Fahrradtouren entwickelten sich rasch zu einer ebenbürtigen Beschäftigung neben dem Wandern. Spezielle Fahrradkarten in angepasstem Maßstab zeugen davon, wie schnell der Markt auf dieses Bedürfnis reagierte.

| Inventarnummer | 4083 |
| Objektbezeichnung | Relief Radfahrerverein |
| Datierung | 80er Jahre 20.Jh. |
| Material | Metall |
| Breite / Länge | 23 cm |
| Tiefe | |
| Durchmesser | |
| Höhe | 72,8 cm |
| Sammlungszusammenhang | Alltag, Feste und Freizeit; Sozial -und Arbeitsgeschichte; Stadtgeschichte |

| Inventarnummer | 51324 |
| Objektbezeichnung | Preisliste "Opel-Fahrräder" |
| Datierung | 1907 |
| Material | Pappe; Papier |
| Breite / Länge | 11,5 cm |
| Tiefe | 0,2 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 18,5 cm |
| Sammlungszusammenhang | Firmengeschichte Opel |

| Inventarnummer | 5265 |
| Objektbezeichnung | Hinterradnabe "Torpedo" |
| Datierung | 1942 |
| Material | Bronze; Eisen |
| Breite / Länge | 14,5 cm |
| Tiefe | 12,5 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 8,5 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte |

| Inventarnummer | 5267 |
| Objektbezeichnung | Fahrradlampe |
| Datierung | 20er Jahre 20. Jh. |
| Material | Messing; Glas |
| Breite / Länge | 9,9 cm |
| Tiefe | 15 cm |
| Durchmesser | |
| Höhe | 17,3 cm |
| Sammlungszusammenhang | Technikgeschichte |
Mit der Durchsetzung des Fahrrads als Massenverkehrsmittel stiegen auch die Anforderungen an seine Ausstattung. Es sollte zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit sein, um zuverlässig für den Arbeitsweg genutzt werden zu können. Anfangs waren Fahrradleuchten als Kerzen-, Öl- oder Karbidlampen ausgeführt. In den 1920er-Jahren setzte sich schließlich die elektrische Beleuchtung durch, die über einen Dynamo mit Strom versorgt wurde.

| Inventarnummer | 5598 |
| Objektbezeichnung | OPEL-Werbeschild |
| Datierung | 30er Jahre 20. Jh. |
| Material | Blech |
| Breite / Länge | 63,4 cm |
| Tiefe | |
| Durchmesser | 58,2 cm |
| Höhe | |
| Sammlungszusammenhang | Firmengeschichte Opel |