Ruhe im Karton

Aktuelles aus dem Archiv

“Die Festung Rüsselsheim” von Dr. Wolfram Heitzenröder ist ab sofort für nur 5,00 € an der Museumskasse zu erwerben.

Cover Festungsbuch

Wieder lieferbar!
Die Zweitauflage des Fotokalenders 2017 ist eingetroffen

Die Fotoworkshops des Stadtarchivs Rüsselsheim gehören inzwischen zum festen Bestandteil des Jahresprogramms und erfreuen sich stets großer Beliebtheit. Im vergangenen März gingen wieder zwölf Fotografinnen und Fotografen unter der Leitung von Frank Möllenberg auf die Jagd nach dem ganz besonderen Motiv. Objekt der Begierde in diesem Jahr: das Automobil. Genauer gesagt die Oldtimersammlung von Opel Classic. In dieser begegneten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 117 Jahren Automobilgeschichte. Und diese präsentiert sich sehr facettenreich, ist das Auto doch Massenprodukt, Kultobjekt, Fetisch, Statussymbol, Sportgerät und vieles mehr. Welche dieser zahlreichen Facetten die jeweiligen Kursteilnehmerinnen und –teilnehmer in den Fokus nahmen, erfahren Sie im neuen Fotokalender des Stadtarchivs Rüsselsheim für das Jahr 2017, welcher eine Auswahl der Arbeiten des Workshops präsentiert.

Der Kalender ist ab sofort wieder für 19,90 Euro an der Museumskasse zu erwerben.



Projekttage der Gustav-Heinemann-Schule Rüsselsheim im Museum und Stadtarchiv

15 Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klasse hatten sich im Rahmen der Projekttage zum Thema „Adam Opel – Motor der Bewegung in Rüsselsheim“ zusammengefunden.

Sie nutzten die drei Tage, um sich durch die Ausstellungen des Museums führen zu lassen, erkundeten mit Hilfe von I-Guides historische Orte in der Stadt und ließen sich per Festungs-App die Geschichte der Festung erzählen. Begeistert zeigten sie sich von den Möglichkeiten der historischen Recherche im Stadtarchiv und erstellten abschließend eine Collage mit den Schwerpunkten, die sie am meisten interessiert hatte. Stolz präsentierten sie gemeinsam mit ihrer Lehrerin S. Wahl ihr Ergebnis.

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Rüsselsheims erste Apotheke
Familie Hoffmann und der Werdegang der ersten Apotheke in Rüsselsheim

Ende Januar erhielt das Stadtarchiv zahlreiche Dokumente aus dem Bestand der Familie Hoffmann, die um 1828/29 die erste Apotheke in Rüsselsheim errichtete. Der Nachlass besteht aus einer Vielzahl handschriftlicher Briefe, teils persönlicher, teils offizieller Art, sowie Verträge, Protokolle, Urkunden, Quittungen und Zeitungen. Sie datieren aus derZeit Mitte des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Mit Hilfe dieses Nachlasses und dem vorhandenen Bestand des Stadtarchivs konnte nun die Geschichte der Löwen-Apotheke von den Anfängen bis zur Zerstörung des Gebäudes 1944 rekonstruiert werden.

Friedrich August Hoffmann, der Gründer der Apotheke, kam am 8. Februar 1803 in Darmstadt als Sohn eines Majors zur Welt. Erste praktische Erfahrungen sammelte er bereits im Alter von 17 Jahren durch eine Gehilfenstelle in der Hofapotheke Amorbach. Nach drei weiteren Stellen begann er das Pharmazie-Studium am Großherzoglich Hessischen Medicinal-Colleg und schloss es 1828 mit der Note „sehr gut“ ab. Das Pharmazie-Studium befähigte Friedrich Hoffmann, eine Apotheke zu leiten.

Auf Anraten des damaligen Bürgermeisters Georg Hessemer gründete Hoffmann 1828/29 die erste Apotheke in Rüsselsheim. Das Dorf gehörte damals zum Landratsamt Dornberg, dessen einzige Apotheke in Groß-Gerau anzutreffen war. Das Geschäft war zuerst in der heutigen Schäfergasse 8 angesiedelt, wo Hoffmann zur Miete wohnte. Recht bald kaufte er das Grundstück Faulbruchstraße 2, Ecke Mainstraße und verlegte sein Geschäft dort hin. Bei diesem Standort sollte es aber nicht bleiben. Hoffmann kaufte 1838 zusammen mit seiner Frau das Anwesen zwischen Maindamm und Faulbruchstraße, welches heute die Grundstücke Faulbruchstraße 7, 9 und 11 umfasst. In seinem Wohnhaus – heute ein unter Denkmalschutz stehendes Haus direkt am Maindamm in der Faulbruchstraße 9 – brachte er auch seine Apotheke unter. Hoffmann starb bereits am 31. August 1854 im Alter von 51 Jahren, sein Sohn Georg übernahm die Apotheke.

Georg Franz Friedrich Hoffmann wurde am 1. August 1832 in Rüsselsheim geboren und war das erste von insgesamt 13 Kindern Friedrich Hoffmanns. Schon früh hegte Georg den Wunsch, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und begann bereits mit 14 Jahren seine Apotheker-Laufbahn durch einen Lehrlingsvertrag mit einem Apotheker in Friedberg. Danach folgten diverse Gehilfenstellen – unter anderem eine Stelle in Colmar, Frankreich – und schließlich auch das Studium der Pharmazie an der Universität Gießen, welches er 1855 beendete. Georg Hoffmann erweiterte die Apotheke um ein größeres Laboratorium, in welchem er Arznei selbst herstellen konnte. Er trat zudem 1873 in den Apotheker-Verein ein, der ein Jahr zuvor gegründet wurde. Georg Hoffmann war ledig und verstarb im Alter von 57 Jahren, am 4. März 1889, an einer Herzinsuffizienz.

Von den Erben des ledigen Georg Hoffmanns wurde die Apotheke 1890 an Adolf Hensel weiterverkauft, der sie unter dem Namen „Löwen-Apotheke“ betrieb und in einem neuen Gebäude (Faulbruchstraße 7) errichtete. Weitere Besitzer waren Theophil Bott (1904-1912) und Heinrich Holzamer (1912-1934). Nach dem Tode Holzamers 1934 verpachtete dessen Witwe die Apotheke an Albert Geyer, der sie bis 1937 führte.

Anna Engmann, Studentische Praktikantin, April 2016


Nachdem sich der Pächter Albert Geyer mit der Stadt-Apotheke selbstständig gemacht hatte, wurde die Löwen-Apotheke in der Faulbruchstraße 7 von Hugo Mauer übernommen. Dieser zieht bald darauf an den Marktplatz/Ecke Mainstraße um. Nach dem Krieg führte Josef Kraus von Juli 1949 bis Juli 1974 die Apotheke. Das im Krieg zerstörte Gebäude wurde notdürftig hergerichtet, bevor in der Mainzer Straße 6 1951 die Löwenapotheke ein neues Domizil fand.

Nach seinem Tod 1973 führte zunächst seine Witwe die Apotheke noch ein Jahr fort, bevor sie nach fünf weiteren Pächterwechseln im August 1991 endgültig geschlossen wurde. Der Name der Apotheke hat sich jedoch bis heute erhalten, nachdem 1993 am Löwenplatz ein neues Geschäft eröffnete.

Annegret May, Stadtarchiv, April 2016



Was ist die Zichorie und was hat sie mit Rüsselsheim zu tun?
Neue Broschüre in der Schriftenreihe ernschienen

Rüsselsheim war mehr als ein Jahrhundert der wichtigste Standort der Zichorienindustrie im Rhein-Main-Gebiet. Hier gründeten 1819 der Kaufmann Heinrich Zahn aus Frankfurt und der kapitalkräftige Heinrich Volbrecht aus Scharzfeld im Harz eine Zichorienfabrik und stellten die damals beliebteste Form des Kaffeeersatzes her. Ohne die Ausbreitung des Bohnenkaffees ab dem 17. Jahrhundert hätte es nie eine Kaffeemittelindustrie gegeben. Wegen des hohen Preises für „Bohnenkaffee“ suchte man schon frühzeitig nach preisgünstigen Ersatzstoffen, von denen jedoch keiner den Duft und das Aroma des echten Kaffees erreichte.

Die Rüsselsheimer Zichorienfabrik lag hinter dem Maindamm in der heutigen Faulbruchstraße und war einer der ersten Industriebetriebe am Ort. 1844 übernahm Volbrechts Schwiegersohn Friedrich Engelhardt (1816-1904) den aufblühenden Betrieb (Engelhardtshof) und baute ihn aus, bis dieser 1908 durch den Kaffeemittelhersteller Hauswaldt aus Magdeburg übernommen und der Betrieb schließlich 1925 eingestellt wurde.

Das Stadtarchiv legt nun einen neuen Band im Rahmen seiner in loser Folge erscheinenden Berichte vor. Konrad Schneider, der seitherige stellvertretende Leiter des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt, hat unter Mitarbeit von Gudrun Senska die Geschichte der Zichorienproduktion im Rhein-Main-Gebiet unter besonderer Berücksichtigung der Rüsselsheimer Fabrik recherchiert. „Erdmandeln, Zichorie, Malz – ein Traum von Kaffee“ ist ab August für 12 € im Stadt- und Industriemuseum sowie im Stadtarchiv zu erwerben. Lieferbar ist es auch über den Buchhandel unter der ISBN 978-3-927394-17-9.

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Das Stadtarchiv Rüsselsheim stellt sich in den Hessischen ARCHIVnachrichten vor

Die überraschende Verleihung des hessischen Archivpreises im letzten Jahr rückte das Stadtarchiv einmal mehr in den Vordergrund der Berichterstattung. Nun erhielt das Archiv auch Gelegenheit, seine Aufgaben und Zuständigkeiten in einem Artikel für die Hessischen ARCHIVnachrichten darzulegen.

Die Zeitschrift wird von den Hessischen Staatsarchiven in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. / Landesverband Hessen und dem Verband hessischer Kommunalarchivarinnen und Kommunalarchivare zwei Mal jährlich herausgegeben. Es informiert Fachleute und Interessierte umfangreich über die Arbeit hessischer Archive. In Heft 14/1 wurde nun dem Stadtarchiv Rüsselsheim innerhalb der Rubrik „Archive stellen sich vor“ die Möglichkeit gegeben, einem breiten Publikum einen Einblick in seine Geschichte und Tätigkeitsfelder zu geben.


Rüsselsheimer Stadtarchiv mit dem Hessischen Archivpreis 2013 ausgezeichnet

Am 4. Dezember 2013 wurde das Stadtarchiv Rüsselsheim mit dem von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gestifteten und gemeinsam mit dem Landesverband Hessen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA) ausgelobten Hessischen Archivpreis 2013 ausgezeichnet.

„Der Preis will auf die Bedeutung von Archiven für die orts- und regionalgeschichtliche Forschung sowie für die Aufarbeitung gesellschaftspolitischer Fragestellungen hinweisen. Ein weiteres Anliegen ist die Verbesserung der Stellung der hessischen Archive und ihres in der Öffentlichkeit zu oft wenig beachteten weitreichenden Aufgabenfeldes“, begründeten die Sparkassen-Kulturstiftung und der Landesverband ihre Entscheidung für das hiesige Stadtarchiv.

Das Rüsselsheimer Archiv erhält den Preis für seine umfangreiche Sammlung, die nicht nur das Schriftgut der Stadt und seiner Stadtteile verwahrt, sondern auch über größere Bestände an Bild-, Film- und Tondokumenten zur Geschichte der Stadt und der sie prägenden Wirtschaftsunternehmen, zur Umwelt- und Technikgeschichte, zur Geschichte der Arbeiterbewegung sowie zum Frauenleben und zur Frauenarbeit verfügt. Besonders zu erwähnen ist eine Spezialsammlung zur Firma Opel. Als besonders förderlich zeigt sich das enge Zusammenspiel des Stadtarchivs mit dem ebenfalls in der Festung Rüsselsheim beheimateten Stadt- und Industriemuseum, das in dieser Deutlichkeit nicht als selbstverständlich angesehen werden kann.

Für den mit 5.000 Euro dotierten Preis vorgeschlagen wurde das Stadtarchiv Rüsselsheim vom stellvertreten Leiter des Instituts für Stadtgeschichte Dr. Konrad Schneider. Eine Jury, bestehend aus dem Vorstand des VdA-Landesverbandes Hessen, der Vorsitzenden des Verbandes der Kommunalarchive in Hessen sowie je einem Vertreter bzw. einer Vertreterin des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Hessischen Staatsarchive wählte aus den eingegangenen Vorschlägen den diesjährigen Preisträger.

Das Stadtarchiv Rüsselsheim freut sich sehr über diesen Preis und möchte sich an dieser Stelle recht herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.